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  • Mat Rausch

Phasen des Lesenlernens

  1. Laute erkennen und differenzieren lernen: Silbenlesen lernen und Silben klatschen, Figuren und Formen unterscheiden, Reime finden und Buchstaben erkennen, Gross- und Kleinbuchstaben auf vielfältigste Weise einprägen.

  2. Laute und Buchstaben zu Wörtern verbinden: Einzelne Buchstaben werden erstmals zu ganzen Wörtern verbunden.

  3. Vom Wort zum Satz: Das Lesen wird mittels Erstleser-Büchern vertieft, Wörter können zu einfachen Sätzen verbunden werden.

  4. Texte verstehen lernen: Die Kinder sollen von Anfang an auch beim Silbenlesen das Leseverständnis üben. Dann können sie sich die Zusammenhänge selbst erschliessen.

  5. Texte zusammenfassen und Inhalte verstehen: Die Schüler können Inhalte erstmals zusammenfassen und entwickeln Freude am Lesen von Texten und Büchern.

Der Start (1.)

Mit Lesenlernen können Kinder auch bereits vor dem Schuleintritt anfangen. Wichtig ist, dass das Kind selbst ein reges Interesse am Lesen zeigt und alle Laute in der Muttersprache fehlerfrei aussprechen kann. Im Vorschulalter lernen Kinder spielerisch mit Fokus auf die visuellen, akustischen und taktilen Wahrnehmungen. So entstehen präzise und langfristige Erinnerungen.


Am Anfang des Buchstabenlernens steht der einzelne Buchstabe. Ohne Kenntnisse der Buchstaben kann ein Kind nicht lesen lernen. Das Kind muss die Buchstaben schreiben und aussprechen können.

Erst wenn das Kind fehlerfrei alle Laute in der Muttersprache aussprechen kann und die Buchstaben visuell voneinander unterscheiden kann, ist der nächste Schritt im Leselernprozess zu beginnen. In der Regel schaffen 5- bis 6-jährige Kinder den ersten Schritt problemlos. In diesem Alter begreifen bereits viele Kinder, dass eine Menge interessanter Informationen mit Buchstaben verbunden sind. Deswegen entwickeln sie selbstständig das Bedürfnis, lesen zu lernen. Kinder sind neugierig und streben nach neuen Erkenntnissen.


Die Kinder lernen einen Buchstaben nach dem anderen! So entstehen keine Überforderung und Verwirrung. Aber bitte keine Eile! Spielerisches Lernen ist angesagt, so nehmen die Kinder Informationen schneller auf. Zeigen Sie dem Kind die Buchstaben und benennen Sie sie. Und dann die Fantasie anregen, z.B. mit der Frage: An was erinnert dich der Buchstabe?

Ein gutes Training ist das Spiel „Finde die richtigen Buchstaben für die Laute“: Dabei spricht der Erwachsene die Laute laut aus und das Kind muss aus einer Reihe von Buchstaben -- zum Beispiel in einer Tabelle oder dem Lernkartenhaufen - den richtigen auswählen.

Nach dem Erlernen mehrerer Buchstaben wird mit dem Buchstabensalat gelernt. Dabei helfen Aufgaben, optische Unterschiede, Abweichungen oder Fehler zu suchen. Hier sind ein paar praktische Tipps:

  • Zeichne die Buchstaben einzeln, die jetzt übereinander gezeichnet sind.

  • Wähle die richtigen Buchstaben aus zwei gespiegelten aus. (Kleinkindern müssen meistens erstmal erklärt werden, was man unter "spiegeln" versteht.)

  • Finde bestimmte Buchstaben, die verdreht sind und in einer Reihe mit anderen Buchstaben stehen.

  • Schreibe alle Buchstaben aus dem Buchstabensalat auf.

Solche Alphabet-Spiele fördern die optische Wahrnehmung und Analyse. Kinder prägen sich die Buchstaben schneller ein und können leicht einzelne Merkmale jedes Buchstabens identifizieren. Dabei lernen Kinder auch, grafisch ähnliche Buchstaben gut zu unterscheiden.


Jedes Lernen kann aber nicht nur mit akustischen und visuellen, sondern auch mit taktilen Methoden bereichert werden, also mit 3D-Buchstaben. Weitere, gute Methoden sind Malen von Buchstaben, Modellieren mit Ton oder Knetmasse. Jetzt kann das lernende Kind

  • einen 3-D-Buchstaben mit Fingern fühlen

  • die Konturen des Buchstabens zeichnen

  • den Buchstaben ausmalen

  • die Ränder mit Linien nachzeichnen

  • den Buchstaben mittels Holzstäbchen (Zahnstochern o. Ä.) nachbauen

  • den Buchstaben im Sand zeichnen

  • in der Luft zeigen

  • aus Knete modellieren

Malaufgaben, Ausschneiden und Einkleben von Buchstaben entwickeln die Feinmotorik und Geschicklichkeit. Selbst gemachte Buchstaben-Karten verknüpfen alle diese Aktivitäten und bieten eine perfekte Grundlage für taktile Spiele. Die Buchstaben werden aus einem rauen Papier ausgeschnitten und auf viereckige Karten aus Pappe oder Papier geklebt. Das Kind wird dann aufgefordert, mit geschlossenen Augen aus den 2 bis 3 Karten einen bestimmten Buchstaben auszuwählen.


Fazit:

Die Alphabetisierung fängt mit dem Buchstaben an. Die Einbindung unterschiedlicher Sinnesorgane hilft dabei, die Wahrnehmung der Buchstaben zu festigen und sichern das systematische Erlernen des Alphabets. Diese Grundlage ist von grosser Bedeutung für die nächsten Schritte beim Erwerb der Schriftsprache: Lesen und Schreiben.

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